Gruppenarbeit in der Sozialen Arbeit

Kategorie: Theorie-Impulse

Lesedauer: 5 Minuten

Download (PDF)
Illustration mehrerer Hände, die farbige Sprechblasen in Blau, Gelb, Grün und Weiß hochhalten. Die Hände kommen aus verschiedenen Richtungen und sind unterschiedlich gefärbt, was Vielfalt und Austausch symbolisiert. Das Bild steht für Kommunikation zwischen verschiedenen Personen oder Gruppen.

In der Sozialen Arbeit wird mit Einzelnen, mit Familien und mit Gruppen gearbeitet. Gruppenarbeit als Methode findet sich in vielen Formen und Arbeitsfeldern wieder, z.B. 

Trotz dieses hohen Stellenwerts von Gruppen in der Sozialen Arbeit werden Gruppen, die Arbeit mit Gruppen und Gruppenarbeit vergleichsweise wenig thematisiert. Es gibt nur vereinzelt aktuelle Literatur, die sich speziell mit der Arbeit mit Gruppen und/oder Gruppenarbeit befasst. Teilweise gibt es für die jeweiligen Handlungsfelder spezifisch und systematisiert aufbereitetes Wissen. Im Projektverlauf hat sich außerdem gezeigt: Eine konzeptionelle Grundlage zur Gestaltung der Arbeit mit Gruppen oder von Gruppenarbeit ist nicht gängige Praxis.  

Viel Wissen zur Arbeit mit Gruppen kommt aus der Kleingruppenforschung. Dies umfasst z.B. Wissen zu Gruppeneffekten, -dynamiken und -entwicklungen. Darauf gehen wir in anderen Beiträgen hier auf der Website genauer ein. 

Begriffschaos Gruppenarbeit 

Ein Blick auf die verwendeten Begriffe zeigt, dass die Arbeit mit Gruppen in der Sozialen Arbeit nicht einheitlich benannt wird. Begriffe wie soziale Gruppenarbeit, Gruppenpädagogik oder sozialpädagogische Gruppenarbeit werden teilweise synonym, teilweise in Abgrenzung zueinander verwendet. Das gleiche gilt für den Begriff der pädagogischen Gruppenarbeit, der für unser Projekt gewählt wurde. Gemeinsam haben diese Begriffe, dass sie Soziale Arbeit mit Gruppen beschreiben.  

Dieses Begriffschaos passt zu der häufig formulierten Kritik, dass bei Gruppenarbeit wenig Klarheit darüber herrscht, welche Ziele neben dem Ziel eines wie auch immer gearteten Gemeinschaftslebens wie erreicht werden sollen (vgl. Rießen/Fehlau 2022: 192). 

Vielfältige Umsetzung von Gruppenarbeit 

Umgesetzt wird die Arbeit mit Gruppen genau so vielfältig wie es die Begriffe sind. Konzepte von Gruppenarbeit können  

Gemeinsames Verständnis von Gruppenarbeit: kleinster gemeinsamer Nenner 

Gruppen können – wenn sie methodisch, d.h. bewusst genutzt werden – als „Medium sozialer und pädagogischer Einflussnahme“ (Rießen/Fehlau 2022: 192) bestimmt werden. 

Als Gemeinsamkeiten von Gruppenarbeit in der Sozialen Arbeit identifizieren Simon und Wendt (2022: 107) die folgenden drei Merkmale: 

Gruppenarbeit ist ein  

Deutlich wird also: Während die Arbeit mit Gruppen unbestimmt bleiben kann und es sich auch um zufällige oder punktuelle Kontakte mit Gruppen oder eher vorübergehende Zusammenkünfte von Individuen in Gruppen handeln kann, beschreibt Gruppenarbeit ein zielgerichtetes und planvolles Handeln durch Fachkräfte. Gruppenarbeit wird als pädagogisches Instrument eingesetzt. Welche Ziele wie mit Gruppenarbeit verfolgt und erreicht werden können, beschreiben wir in einem anderen Beitrag.  

Reflexionsfragen: 

 

Literatur 

Rießen, van, Anna/Fehlau, Michael (2022): Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. In: Kuhlmann/Löwenstein/Niemeyer/Bieker (Hg.): Soziale Arbeit. Das Lehr- und Studienbuch für den Einstieg. Stuttgart: Kohlhammer, S.177-212 

Simon, Titus/Wendt, Peter-Ulrich (2022). Lehrbuch Soziale Gruppenarbeit. 2., überarbeitete Auflage. Weinheim, Basel: Beltz Juventa 

 

 


Weitere Artikel


  • Illustration einer großen Gruppe von Menschen, die in bunten Farben dargestellt sind und gemeinsam die Form eines nach rechts gerichteten Pfeils bilden.

    Zieldynamik

  • Eine Illustration zeigt eine zentrale kindliche Figur in einem orangefarbenen Kreis. Von dieser Figur gehen mehrere schwarze Pfeile nach außen zu acht weiteren kindlichen Figuren, die jeweils in farbigen Kreisen angeordnet sind. Die Pfeile weisen in verschiedene Richtungen und symbolisieren Beziehungen oder Interaktionen. Rund um die Personen sind verschiedene Symbole verteilt, darunter Herzen, Sterne, Sprechblasen, Wolken, Blitze und ein Teilen-Symbol. Diese Elemente wirken dekorativ und können Emotionen oder Kommunikationsaspekte darstellen. Der Hintergrund ist einfarbig beige.

    Soziogramm: Beziehungs- und Interaktionsdynamik abbilden

  • Eine Illustration zeigt vier stilisierte Kinder, die unterschiedliche Emotionen ausdrücken: Links steht ein Kind mit verschränkten Armen und einem wütenden Gesichtsausdruck. Über seinem Kopf sind rote Blitze als Symbol für Ärger dargestellt. Daneben steht ein fröhliches Kind mit erhobenen Armen und einem breiten Lächeln. Über ihm scheint die Sonne. Rechts davon steht ein Kind mit verschränkten Armen, das nachdenklich oder verlegen wirkt. Ganz rechts steht ein weiteres Kind mit einer Hand vor dem Mund, das überrascht oder erschrocken aussieht. Neben seinem Kopf sind kleine Striche als Ausdruck von Überraschung gezeichnet. Der Hintergrund ist schlicht weiß, sodass die Figuren klar im Vordergrund stehen.

    Rollen und Strukturen in Gruppen