OKJA: Gruppenarbeit & offenen Treff abgrenzen

Kategorie: Konkretes für die Praxis

Lesedauer: 4 Minuten

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Illustration von drei Personen, die gemeinsam an einem Tisch arbeiten. Eine Person hält einen Notizblock, eine andere zeichnet auf Papier, während die dritte ein Laptop benutzt. Über ihnen sind verbundene Symbole wie Sprechblasen, Gehirn, Pfeil, Rakete, Kalender und Farbpalette dargestellt, die Ideenentwicklung, Kommunikation und Kreativität visualisieren. Der Hintergrund zeigt eine stilisierte Arbeitsumgebung mit weich gehaltenen Farben.

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Jedes Handlungsfeld birgt seine eigenen Herausforderungen, wenn es um den Aufbau eines Gruppenarbeitsangebots kommt. In der OKJA ist das zum Beispiel der Wechsel vom offenen zum verbindlichen Setting, bzw. vom allgemeinem zum spezifischen Angebot. Denn klar ist: Die offene Arbeit lebt davon, dass alle kommen und gehen können, wann und wie sie wollen. Zugleich gibt es aber schon immer auch andere Angebote als die klassische offene Tür. Auch Projekte haben häufig einen verbindlicheren Charakter.

Wenn Du eine Gruppe in der offenen Kinder- und Jugendarbeit anbieten wirst, bedeutet das, dass Ihr in Eurer Einrichtung ein Angebot initiiert, das von einer verbindlichen Teilnahme lebt. Prüft also zuallererst, ob Ihr das wollt, Wenn ja, kann es im Aufbau der Gruppe darum gehen, den jungen Menschen in Deiner Einrichtung transparent zu machen, dass das Gruppenangebot eine verbindliche Teilnahme voraussetzt. Wichtig: eine verbindliche Teilnahme ist weiterhin eine freiwillige Teilnahme – sie steht also den Grundprinzipien der OKJA zu keiner Zeit entgegen.  

Unterscheidung von offenem Treff und Gruppe

Doch woran kannst Du erkennen, ob Du einen offenen Treff, vielleicht auch ein offenes Gruppenangebot oder eben eine Gruppe, wie wir sie in unserem Projekt verstehen (klicke hier um mehr über unser Verständnis von Gruppenarbeit zu erfahren), anbietest? Wir ziehen die Trennlinien hier:

Ein Treff ermöglicht als offenes Angebot eine flexible und bedürfnisorientierte Teilnahme. Es kann zu wiederkehrendem Wechsel der Zusammensetzung kommen und es ist ein Kommen und Gehen, eine aktive oder passive Teilnahme, eine kurze oder längere Verweildauer möglich.

Hiervon kann eine Gruppe abgegrenzt werden: Sie ist davon gekennzeichnet, dass sie eine verbindliche Teilnahme der Gruppenmitglieder für einen bestimmten Zeitraum einfordert. Die Einzelnen, die den Kern der Gruppe ausmachen, bauen Bezüge zueinander auf. Das wird von Anfang an eingefordert und von Dir als Gruppenleitung gefördert. Die Zusammensetzung ist demnach nicht beliebig – Ziel ist, dass sie für eine gewisse Zeit konstant bleibt und ständige Wechsel im Wissen um die Entwicklungsdynamik in Gruppen vermieden werden. Wenn Du möchtest kannst Du in dem hier verlinkten Artikel mehr über die Entwicklungsdynamik in Gruppen erfahren.

Kommunikation über den Mehrwert einer Gruppe in der OKJA

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Antworten auf die folgenden Fragen dabei helfen können, zu verdeutlichen, dass es sich im sonst unverbindlichen OKJA-Angebot um ein verbindliches OKJA-Angebot handelt:

Hilfreiche Tipps

Wir haben im Folgenden hilfreiche Tipps von Fachkräften aus der OKJA gesammelt. Sie zeigen auf, wie sie es den Gruppenmitgliedern erleichtern, zu erkennen, dass es sich mit dem Gruppenangebot um ein anderes Angebot – mit anderen Anforderungen – handelt:

Nicht zu stark auf die Teilnahme am Gruppenangebot pochen. Denn: Eine zu starke Forcierung, jemanden aus dem offenen Treff zurück in die Gruppe zu holen, kann auch die gegenteilige Reaktion auslösen.


Weitere Artikel


  • Illustration einer großen, runden Schale mit blauem Inhalt, die wie ein Teich oder Wasserbecken wirkt. Darin schwimmen mehrere bunte Formen und Symbole, darunter verschiedene Fische in Orange und Rot sowie kleine Kärtchen mit Zeichnungen wie ein lächelndes Gesicht, ein Vogel und weitere einfache Symbole. Der Rand der Schale ist breit und orange-rot gestaltet. Entlang dieses Randes sind mehrere farbige Zettel angebracht, auf denen gut lesbare handgeschriebene Worte stehen. Die Zettel enthalten die Begriffe: „STARKE KINDER“, „an sich selbst glauben“, „Fehler erlaubt“, „mitbestimmen dürfen“ und „mutig sein“. Die Darstellung ist farbenfroh und wirkt wie eine kindgerechte Zeichnung. Die Elemente im Inneren der Schale sind locker verteilt und erinnern an Spiel- oder Lernsymbole, während die Beschriftungen am Rand wichtige Eigenschaften und Werte für Kinder hervorheben.

    “Fischmomente“ oder der Gruppenzielpool mit Kindern

  • Illustration von drei Personen, die gemeinsam an einem Tisch arbeiten. Eine Person hält einen Notizblock, eine andere zeichnet auf Papier, während die dritte ein Laptop benutzt. Über ihnen sind verbundene Symbole wie Sprechblasen, Gehirn, Pfeil, Rakete, Kalender und Farbpalette dargestellt, die Ideenentwicklung, Kommunikation und Kreativität visualisieren. Der Hintergrund zeigt eine stilisierte Arbeitsumgebung mit weich gehaltenen Farben.

    OKJA: Gruppenarbeit & offenen Treff abgrenzen

  • Bunte Illustration mit mehreren stilisierten Personen in runden Rahmen. Eine Person hebt die Hand und spricht, daneben sind Symbole wie Ohren, Sprechblasen und Herzen zu sehen. Weitere Symbole zeigen Zusammenarbeit, Verbindung und eine Waage als Zeichen für Gerechtigkeit. Die Szene steht für Kommunikation, Zuhören und soziale Interaktion.

    Erforderliche Kompetenzen von Gruppenarbeiter*innen