“Fischmomente“ oder der Gruppenzielpool mit Kindern

Kategorie: Konkretes für die Praxis

Lesedauer: 3 Minuten

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Illustration einer großen, runden Schale mit blauem Inhalt, die wie ein Teich oder Wasserbecken wirkt. Darin schwimmen mehrere bunte Formen und Symbole, darunter verschiedene Fische in Orange und Rot sowie kleine Kärtchen mit Zeichnungen wie ein lächelndes Gesicht, ein Vogel und weitere einfache Symbole. Der Rand der Schale ist breit und orange-rot gestaltet. Entlang dieses Randes sind mehrere farbige Zettel angebracht, auf denen gut lesbare handgeschriebene Worte stehen. Die Zettel enthalten die Begriffe: „STARKE KINDER“, „an sich selbst glauben“, „Fehler erlaubt“, „mitbestimmen dürfen“ und „mutig sein“. Die Darstellung ist farbenfroh und wirkt wie eine kindgerechte Zeichnung. Die Elemente im Inneren der Schale sind locker verteilt und erinnern an Spiel- oder Lernsymbole, während die Beschriftungen am Rand wichtige Eigenschaften und Werte für Kinder hervorheben.

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Die Gruppenarbeit mit Kindern bringt spezifische Herausforderungen mit sich; das wissen Sabrina Bente (Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin FH) und Kristina Meyer-Krahmer (Dipl. Pädagogin) vom Jugendforum Herdern e.V. in Freiburg im Breisgau genau. Sie leiten gemeinsam die „Starke Kinder-Gruppe“, ein präventives Gruppenangebot speziell für Kinder zwischen 7 – 8 Jahren, die eher still, schüchtern oder ängstlich sind und sich in Gruppensettings (etwa in ihrem Klassenverband) ansonsten gerne zurückziehen. Sie bekommen im geschützten Rahmen der „Starken Kinder“ die Möglichkeit, ihre eigenen Stärken kennenzulernen und ihr Selbstbewusstsein weiterzuentwickeln.

Den Gruppenzielpool wörtlich nehmen

Kristina Meyer-Krahmer und Sabrina Bente sind schon seit dem Beginn des Projekts „Gruppenarbeit stärken!“ dabei und haben sich in diesem Rahmen viele Gedanken gemacht, wie sie in der Gruppenarbeit kindgerecht Ziele und Zielvorstellungen bearbeiten können, ohne immer nur mit abstrakten Begriffen zu hantieren.

Den „Gruppenzielpool“ (was wir damit meinen, kannst Du nochmal nachschauen, wenn Du auf diesen Link klickst) haben die beiden im wahrsten Sinne des Wortes dafür in die Tat umgesetzt und zu einem wiederkehrenden Element der Gruppenarbeit gemacht, und zwar so:

Wir haben den Gruppenzielpool wortwörtlich in unsere Gruppenstunde geholt: er steht als Ritual und Symbol der Gruppe mit uns im Raum, in dem wir die Gruppenarbeit durchführen und symbolisiert die Gruppe als solche mit ihren Zielen: der Rand des Beckens stellt das Rahmenziel dar und „schützt den Inhalt“: das sind die persönlichen Ziele der Kinder und das gemeinsame Gruppenziel.

Unsere Rahmenziele

Den Rahmen setzen wir als Fachkräfte damit fest, wie wir die Gruppe aufgebaut haben. Zu den Rahmenzielen der „Starken Kinder“ gehört es, ein empowernder Schutzraum zu sein, in dem die Kinder sich stabilisieren, unbeschwert aufwachsen und in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln können. Das ist natürlich eine Fachkräfteperspektive – der Rand unseres Swimmingpools ist mit bunten Zetteln versehen, auf denen dieses übergeordnete Ziel in kindgerechter Sprache zu finden ist. Das haben wir unter der Leitfrage: „Was wollen wir hier lernen/üben?“ gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und hört sich dann so an:

Fischmomente und persönliche Ziele

Aber das ist ja nur der Rand, so ein Pool will gefüllt sein. Dazu haben die Kinder Fische und andere Tiere gebastelt, die symbolisch für die Frage, „Warum bin ich hier bei den Starken Kindern?“ stehen.  Wir als Fachkräfte unterstützen die Kinder dabei, ihre „Fischmomente“ wahrzunehmen, um sich der Gruppe zugehörig zu fühlen. Wir machen im Rahmen der Gruppenleitung durchlaufend bei allen Gruppenstunden darauf aufmerksam, wenn etwas auf einen der Zettel/Fische geschrieben werden könnte. Manchmal gehen wir auch einen Schritt weiter: Wenn wir „Fischmomente“ wahrnehmen, dann thematisieren wir das und fragen die Kinder, ob sie das so zutreffend finden. Die Kinder fühlen sich dadurch gesehen, wir arbeiten im Sinne der Ressourcenorientierung und fördern aktiv ihr Gefühl der Gruppenzugehörigkeit.

Reflexionsfragen

 


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  • Illustration einer großen, runden Schale mit blauem Inhalt, die wie ein Teich oder Wasserbecken wirkt. Darin schwimmen mehrere bunte Formen und Symbole, darunter verschiedene Fische in Orange und Rot sowie kleine Kärtchen mit Zeichnungen wie ein lächelndes Gesicht, ein Vogel und weitere einfache Symbole. Der Rand der Schale ist breit und orange-rot gestaltet. Entlang dieses Randes sind mehrere farbige Zettel angebracht, auf denen gut lesbare handgeschriebene Worte stehen. Die Zettel enthalten die Begriffe: „STARKE KINDER“, „an sich selbst glauben“, „Fehler erlaubt“, „mitbestimmen dürfen“ und „mutig sein“. Die Darstellung ist farbenfroh und wirkt wie eine kindgerechte Zeichnung. Die Elemente im Inneren der Schale sind locker verteilt und erinnern an Spiel- oder Lernsymbole, während die Beschriftungen am Rand wichtige Eigenschaften und Werte für Kinder hervorheben.

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  • Illustration von drei Personen, die gemeinsam an einem Tisch arbeiten. Eine Person hält einen Notizblock, eine andere zeichnet auf Papier, während die dritte ein Laptop benutzt. Über ihnen sind verbundene Symbole wie Sprechblasen, Gehirn, Pfeil, Rakete, Kalender und Farbpalette dargestellt, die Ideenentwicklung, Kommunikation und Kreativität visualisieren. Der Hintergrund zeigt eine stilisierte Arbeitsumgebung mit weich gehaltenen Farben.

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