Sprachbarrieren in der Gruppenarbeit überwinden: Erfahrungen aus der Praxis

Kategorie: Konkretes für die Praxis

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Illustration mit vielen unterschiedlich gekleideten Armen und Händen, die bunte Sprechblasen nach oben halten. In den Sprechblasen stehen Begrüßungen in verschiedenen Sprachen, zum Beispiel „Hola“, „Hi“, „Bonjour“, „Hallo“, „Ciao“, „Hej“, „Ahoj“ sowie Schriftzeichen aus Arabisch, Chinesisch, Japanisch und weiteren Sprachen. Die Farben der Sprechblasen und Kleidung sind vielfältig und lebhaft. Das Bild vermittelt Vielfalt, Internationalität und freundliche Begrüßung.

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In diesem Beitrag stellen Dir Eugenia Diner, Sozialarbeiterin und Niklas Landwehr, Werkstudent und Co-Gruppenleitung, ihre Erfahrungen im Umgang mit Sprachbarrieren in der Gruppenarbeit vor. Sie leiten das Gruppenangebot an einem der Projektstandorte von „Gruppenarbeit stärken!“ bei der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. (EVA). Hier leiten die beiden wöchentlich eine Gruppe mit Kindern im Alter von 8 bis 12 zusammen; ein wiederkehrendes Merkmal dabei ist die Vielsprachigkeit, weswegen sie Dir hier ihre liebsten Tipps und Tricks für den Gruppenalltag vorstellen:

Sprachbarriere überwinden – Teilhabe ermöglichen

In unserer Gruppenarbeit erleben wir immer wieder, wie wichtig es ist, Sprachbarrieren aktiv anzugehen, um echte Teilhabe und gelingende Zusammenarbeit in der Gruppe zu ermöglichen. Im Folgenden möchten wir Dir verschiedene Maßnahmen und Tools vorstellen, die sich bei uns bewährt haben – und gleichzeitig aufzeigen, welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind.

Übersetzer-Apps als Brücke im Alltag

Gerade in spontanen Situationen, etwa bei Absprachen im Gruppenraum oder während gemeinsamer Aktivitäten, haben wir sehr gute Erfahrungen mit Übersetzer-Apps auf dem Handy gemacht. Sie ermöglichen eine schnelle, unkomplizierte Verständigung und helfen uns, Missverständnisse sofort aufzulösen. Besonders hilfreich ist es, wenn mehrere Gruppenmitglieder diese Apps nutzen und wir offen damit umgehen, dass Übersetzungen manchmal etwas „holprig“ sind – wichtig ist, dass alle sich verstanden fühlen.

Mehrsprachige Briefe für klare Informationen

Für wichtige Informationen, etwa Einladungen, Regeln oder organisatorische Hinweise, nutzen wir mehrsprachige Briefe. Diese verfassen wir zum Beispiel auf Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch. So stellen wir sicher, dass alle Beteiligten erreicht werden und niemand aufgrund fehlender Sprachkenntnisse außen vor bleibt. Wir haben festgestellt, dass diese Briefe auch im Familienumfeld der Teilnehmenden weitergegeben werden und so die Einbindung stärken.

Wörterbuch – schrittweise den Wortschatz erweitern

Ein einfaches, aber sehr hilfreiches Tool ist ein kleines Gruppen-Wörterbuch. Hier sammeln wir gemeinsam Begriffe, die im Alltag immer wieder vorkommen, und übersetzen sie gemeinsam. Dieses Wörterbuch wächst mit der Zeit und hilft nicht nur beim Nachschlagen, sondern fördert auch den Spracherwerb der einzelnen Gruppenmitglieder.

Klare Regeln für die Gruppenzeit

Um Orientierung zu geben, haben wir gemeinsam die Regel festgelegt, dass in den Gruppensitzungen möglichst auf Deutsch gesprochen wird. Das schafft einen Rahmen, in dem sich alle ausprobieren können, und unterstützt den Spracherwerb – ohne Druck, denn wir signalisieren immer: Bei Unsicherheiten helfen wir uns gegenseitig, und niemand muss Angst vor Fehlern haben.

Gefühlskarten als Unterstützung

Manchmal reichen Worte nicht aus – oder fehlen ganz. Hier haben sich Gefühlskarten bewährt, um Emotionen, Bedürfnisse oder Stimmungen auch nonverbal auszudrücken. Gerade zu Beginn, wenn das Vertrauen noch wächst, sind sie eine wertvolle Hilfe, um alle mitzunehmen und Missverständnissen vorzubeugen.

Eine feste Übersetzerin als Bindeglied

Trotz aller Tools und Methoden bleibt manchmal eine Lücke. Hier ist es für uns sehr wertvoll, dass Eugenia als feste Übersetzerin einspringen kann. Sie vermittelt bei Bedarf zwischen den Sprachen und sorgt dafür, dass auch in komplexen Situationen alle Beteiligten eingebunden bleiben.

Unsere Erfahrung zeigt: Es braucht Mut, Flexibilität und manchmal auch Geduld, Sprachbarrieren in der Gruppenarbeit zu überwinden. Aber die Mühe lohnt sich – denn jede Maßnahme trägt dazu bei, dass alle ihre Perspektiven einbringen können und echte Teilhabe möglich wird.

Reflexionsfragen

  • Welche Sprachen werden in Deiner Gruppe gesprochen? Wenn nicht präsent zwischen den Gruppenmitgliedern, dann vielleicht zu Hause?
  • Inwiefern bestimmt das Setting, in dem Deine Gruppenarbeit stattfindet, ob Mehrsprachigkeit ein Thema ist?
  • Warst Du vielleicht selbst schonmal in einer Gruppe, in der Deine Muttersprache nicht die überwiegend gesprochene Sprache war? Was war schwierig und was hat Dir geholfen?

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