Bedeutung von Zugehörigkeit

Kategorie: Theorie-Impulse

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Illustration von fünf Personen, die eng beieinanderstehen und sich gegenseitig umarmen. Die Gruppe ist von hinten zu sehen, vor einem hellblauen Hintergrund. Die Personen tragen unterschiedlich farbige Kleidung in Blau-, Orange- und Gelbtönen. Die Szene vermittelt Zusammenhalt und Gemeinschaft.

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Was bedeutet es, sich zugehörig zu fühlen? Die Theoriebildung rund um Gruppenbildung zeigt: viel! Zugehörigkeit ist nämlich zentral sowohl für Gruppenbildung als auch für Gruppenprozesse. Zugehörigkeit wird durch Grenzziehung sowohl nach innen als auch nach außen hergestellt. Und je länger die Gruppenprozesse andauern, desto eher entwickelt sich über Zugehörigkeit auch ein Wir-Gefühl. Das Wir-Gefühl wird dann wiederum zur Grundlage von weiteren Kommunikations- und Interaktionsprozessen.

Konformität und Angleichung

Bei der Herstellung von Zugehörigkeit durchlaufen die Mitglieder einer Gruppe meistens Prozesse der gegenseitigen Angleichung. Dabei wird häufig auch die Konformität erhöht, also die Ähnlichkeit. Jede Gruppe braucht einen gewissen Grad der Ähnlichkeit – aber was das genau ist und wie viel davon gut ist, das entscheidet jede Gruppe individuell für sich. Wer sich dann innerhalb dieser Konformität bewegt, hat gute Chancen, auch einen Zugang zur Gruppe zu erhalten.

Konformität ist nicht das einzige Kriterium, das wichtig für den Gruppenzusammenhalt ist. Genauso wichtig ist, dass die Gruppenmitglieder für einander attraktiv sind. Dass sie Interesse am Tun des*der Anderen und in der Gruppe haben. Und dass sie sich für die Aufgabe der Gruppe – die am Besten identisch mit dem Gruppenziel ist – interessieren. Bis zu einem gewissen Grad ist auch Abgrenzung nach außen für eine Gruppe wichtig – auch das zahlt auf ein Wir-Gefühl ein.

Problematische Seiten von Zugehörigkeit in Gruppen

So wichtig und positiv Zugehörigkeit für den gelingenden Aufbau einer Gruppe auch sein mag – man darf nicht außer Acht lassen, dass sie auch problematische Aspekte mit sich bringt. Dazu gehören:

  • Konformitätsdruck (gefühlter oder tatsächlicher Druck, sich angleichen zu müssen, um weiterhin zugehörig zu sein),
  • Gruppendenken (Vorrang von Harmoniestreben, Konfliktscheuheit),
  • zu starke Homogenisierung (Anpassung an einen Mehrheitskonsens),
  • Verfestigung der Gruppengrenzen und Abschottung nach außen,
  • Unterwerfung und Gehorsam.

Minderheiten in Gruppen

Trotz der hohen Bedeutung von Konformität können auch Minderheiten in Gruppen bestehen und weiterhin zugehörig bleiben. Hier kommt es darauf an, dass diese ihren Standpunkt durchgängig vertreten und die Minderheiten ein ausreichendes Maß an sozialer Akzeptanz erfahren.

Reflexionsfragen

  • An welche eigenen Erfahrungen von Zugehörigkeit kannst du anknüpfen, um Dir vorstellbar zu machen, warum das so wichtig ist?
  • Welche Situationen und Gruppengefüge fallen Dir ein, in denen die problematischen Seiten von Zugehörigkeit zum Tragen kamen?

Verwendete Literatur

Antons, Klaus (2009): Die dunkle Seite von Gruppen. In: Handbuch Alles über Gruppen. Theorie, Anwendung, Praxis. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, 2. Auflage

Edding, Cornelia (2009): Kleingruppenforschung – Geschichte, aktueller Stand, Bedeutung für die Praxis. In: Handbuch Alles über Gruppen. Theorie, Anwendung, Praxis. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, 2. Auflage, S. 47-85

Simon, Titus/Wendt, Peter-Ulrich (2022). Lehrbuch Soziale Gruppenarbeit. 2., überarbeitete Auflage. Weinheim, Basel: Beltz Juventa


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