Gelingensbedingungen von Gruppenarbeit

Kategorie: Theorie-Impulse

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Illustration einer vielfältigen Gruppe von fünf Personen, die sich vor einem großen, halbtransparenten Globus an den Händen halten. Die Gruppe umfasst Menschen mit unterschiedlichen Hauttönen und körperlichen Fähigkeiten, darunter eine Person im Rollstuhl. Über ihnen befindet sich ein rundes Symbol mit einem Daumen-hoch-Zeichen, das Zustimmung oder Positivität ausdrückt. Der Hintergrund zeigt weiche Blautöne und abstrakte Formen. Das Bild vermittelt die Themen Inklusion, Zusammenhalt und globale Zusammenarbeit.

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Im ersten Projektzeitraum konnten wir gemeinsam mit den teilnehmenden Fachkräften herausarbeiten, was es braucht, damit Gruppenangebote gelingen.

Im Folgenden haben wir für Dich die wichtigsten Erkenntnisse überblicksartig zusammengefasst:

  • Die jungen Menschen werden konsequent in den Mittelpunkt gestellt;
  • Die Themen kommen von den jungen Menschen – Fachkräfte müssen keine „großen“ Themen setzen;
  • Gruppenarbeit braucht Zeit (für den Aufbau, für das gemeinsame Kennenlernen, für gemeinsame Abläufe und Routinen, Rituale etc.);
  • Die Aneignung von Kompetenzen für die Lebensführung ist ein Nebenprodukt von Gruppenaktivitäten;
  • Der soziale Ort der Gruppenarbeit hat einen hohen Wert;
  • Der physische Raum, in dem die Gruppenarbeit stattfindet, ist sehr wichtig;
  • Auch die Gruppenleitung ist für und in den Gruppen von großer Relevanz;
  • Die Gruppe sollte eine Entlastungsfunktion für die jungen Menschen mit sich bringen;
  • Gruppe dient als Ressource für Anerkennung(serfahrungen);
  • Verbindlichkeit wird positiv erlebt – auch im offenen Kontext – und birgt großes Potenzial, z.B. für Konfliktlösungen.

In Anlehnung an die Erfahrungen der Fachkräfte und basierend auf Erkenntnissen der wissenschaftlichen Begleitung konnten die folgenden strukturellen und konzeptionellen Gelingensbedingungen von Gruppenarbeit identifiziert werden.

Strukturelle und konzeptionelle Gelingensbedingungen

Damit Gruppenarbeit gelingt, braucht es die richtigen strukturellen und konzeptionellen Bedingungen. Konkret heißt das:

Gruppenarbeit braucht…

  • …eine ausreichende Ausstattung mit Arbeitszeit inkl. Zeit für Vor- und Nachbereitung, Reflexion und konzeptionelle Arbeit;
  • …eine Gruppenleitung im Tandem, um Dynamiken, Inhalte, Rahmen-, Gruppen-, und Teilziele sowie Bedürfnisse der Einzelnen und der Gruppe im Blick haben zu können. Eine Tandemleitung ermöglicht außerdem ein erweitertes Beziehungsangebot, gegenseitige Unterstützung und Ergänzung sowie kollegiale Reflexion;
  • …Möglichkeiten der kontinuierlichen fachlichen Weiterbildung für die Gruppenleitungen;
  • …ausreichend Zeit und Geduld für den Aufbau des Gruppenangebots;
  • …eine partizipative Ausrichtung des Gruppenangebots;
  • …kontinuierliche, strukturell verankerte professionelle Reflexion (etwa: kollegiale Beratung, Intervision, Supervision).

Während ein Gruppenangebot aufgebaut wird, sollten außerdem diese Fragen auf Ebene der Konzeption geklärt werden:

  • Welches Rahmenziel wird für das Gruppenangebot festgelegt?
  • An welche Zielgruppe richtet sich das Gruppenangebot?
  • Was sind für die gewählte Zielgruppe und das Gruppenangebot wichtige Wissensbestände? Wie können wir an dieses Wissen herankommen?
  • Welche Zugangsbarrieren gibt es für unsere Zielgruppe? Wie können wir diese abbauen und unser Angebot erreichbarer gestalten? Auf welche Besonderheiten müssen wir bei der Zielgruppe achten?
  • Wie kann das Gruppenangebot strategisch aufgebaut werden?
  • Welche Zeitschienen müssen wir dabei beachten? Welche wollen wir selbst festlegen?
  • Was sind die institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen für das Angebot? Welche räumlichen, personellen und finanziellen Ressourcen sind konkret verfügbar?
  • Welchen Einfluss hat das Arbeitsfeld, in dem wir das Gruppenangebot aufbauen, auf die Gruppenarbeit? Und umgekehrt: Welchen Einfluss hat das Gruppenangebot auf dieses Arbeitsfeld? Was könnte sich hier verändern?
  • Wie kann das Gruppenangebot von offenen Gruppenangeboten (z.B. Treffs) abgegrenzt werden? Wie verdeutlichen wir den Unterschied?
  • Wie können Teilnehmer*innen gewonnen werden? Wie gehen wir vor, um diese zu erreichen? Wie können die generell wichtigen Wissensbestände – wir weisen in einem anderen Beitrag darauf hin – bereits in den Planungsprozess miteinbezogen werden, z.B. zu Dynamiken in Gruppen?

Reflexionsfragen – falls Du bereits ein Gruppenangebot durchführst:

  • Welche dieser Fragen hast Du Dir beim Aufbau deiner Gruppe gestellt?
  • Welche Fragen bringen Dich auf neue Gedanken?
  • Mit Blick auf Deine aktuelle Gruppenarbeit: Was möchtest Du von den aufgeworfenen Aspekten aufgreifen und mit in Deine Planungen bzw. Deinen Gruppenprozess aufnehmen? Was brauchst Du hierfür und was wäre der erste Schritt?

 


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