Reflexionsfragen nach Gruppenstunden
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Warum Reflexion nach der Gruppenstunde wichtig ist
Eine Gruppenstunde endet nicht mit dem Abschied der Teilnehmenden. Gerade danach zeigt sich oft, was während der gemeinsamen Zeit wichtig war: Wer war beteiligt? Was hat die Gruppe beschäftigt? Wurden die Ziele erreicht? Und was braucht die Gruppe beim nächsten Treffen?
Eine fortlaufende Dokumentation muss dabei kein langer Bericht sein. Stichworte zu Inhalt, Ziel, Teilnehmenden und Beobachtungen können bereits helfen, Entwicklungen sichtbar zu machen.
Reflexion gehört zur professionellen Gruppenarbeit. Sie hilft Dir, Gruppenprozesse nicht nur aus dem Bauch heraus zu beurteilen, sondern Beobachtungen mit den Zielen und dem Rahmen Deines Angebots zu verbinden.
Klicke hier, um zum Theorie-Impuls „Notwendiges Wissen für Gruppenarbeit“ zu kommen: Dort wird professionelle Beobachtung und Reflexion als wichtiger Bestandteil von Gruppenarbeit beschrieben.
Ein kurzer Blick zurück reicht oft aus
Nicht nach jeder Gruppenstunde brauchst Du eine ausführliche Auswertung. Nimm Dir aber möglichst einen kurzen Moment – allein oder mit Kolleg*innen –, um auf die Gruppe zurückzuschauen.
Die folgenden Fragen können Dir dabei helfen:
Diese Fragen helfen Dir, nicht nur einzelne Eindrücke festzuhalten, sondern den Verlauf der Gruppe über mehrere Treffen hinweg nachvollziehen zu können.
Was war das Ziel – und was davon wurde sichtbar?
Gruppenarbeit ist zielgerichtetes pädagogisches Handeln. Deshalb lohnt es sich, nach jeder Stunde auf das jeweilige Ziel zurückzukommen.
Frage Dich:
Dabei geht es nicht darum, die Gruppenzeit als „Erfolg“ oder „Misserfolg“ zu bewerten. Manchmal ist es bereits ein wichtiger Schritt, wenn die Gruppe gemeinsam im Raum bleiben, einen Konflikt ansprechen oder eine neue Person einbeziehen konnte.
Klicke hier, um zum Theorie-Impuls „Zielorientierte Gruppenarbeit“ zu kommen: Dort findest Du mehr dazu, wie Rahmenziel, Gruppenziel und persönliche Ziele zusammenspielen können.
Wie ging es der Gruppe als Gruppe?
Neben dem Thema einer Gruppenstunde ist immer auch der Gruppenprozess wichtig. Achte darauf, wie die Mitglieder miteinander umgehen und welche Stimmung in der Gruppe spürbar ist.
Mögliche Fragen sind:
Diese Beobachtungen helfen Dir, die Gruppe nicht nur als Ansammlung einzelner Teilnehmender zu betrachten. Gruppen entstehen durch Interaktion, gemeinsame Ziele, Rollen und ein mögliches Wir-Gefühl.
Was brauchten einzelne Teilnehmende?
Gruppenarbeit richtet sich an die Gruppe – und zugleich an die Menschen in ihr. Deshalb lohnt sich ein Blick auf einzelne Teilnehmende, ohne dabei die gesamte Gruppe aus den Augen zu verlieren.
Frage Dich beispielsweise:
Notiere Beobachtungen möglichst konkret und wertschätzend. Statt „X war schwierig“ kann zum Beispiel festgehalten werden: „X hat sich heute mehrfach aus dem Gespräch zurückgezogen und reagierte auf direkte Fragen nur kurz.“ So bleibt Deine Dokumentation näher an dem, was Du tatsächlich wahrgenommen hast.
Was bedeutet das für meine Gruppenleitung?
Auch Dein eigenes Handeln beeinflusst die Gruppe. Reflexion bedeutet deshalb immer auch, die eigene Rolle in den Blick zu nehmen.
Wenn Du im Tandem leitest, können diese Fragen besonders gut gemeinsam besprochen werden. Unterschiedliche Beobachtungen sind dabei kein Problem, sondern eine Ressource für die weitere Planung.
Reflexion als Grundlage für die nächste Stunde
Die Dokumentation von Gruppenterminen fragt nicht nur nach Inhalt, Thema und Ziel der Gruppenstunde, sondern ausdrücklich auch nach Bemerkungen, Reflexionen und offenen Fragen. Daraus kann eine einfache Routine entstehen:
So wird Reflexion nicht zu einer zusätzlichen Aufgabe am Ende eines langen Arbeitstags. Sie wird zu einem Teil der Gruppenarbeit selbst.
Reflexionsfragen