Zieldynamik

Kategorie: Theorie-Impulse

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Illustration einer großen Gruppe von Menschen, die in bunten Farben dargestellt sind und gemeinsam die Form eines nach rechts gerichteten Pfeils bilden.

In der Gruppenarbeit spielen nicht nur Rahmenziele und das Gruppenziel (schau dazu gerne in unsere Beiträge: klicke hier für Rahmenziele) eine Rolle, sondern auch die persönlichen Ziele der einzelnen Gruppenmitglieder. Der Versuch der Einzelnen, diese Ziele zu verwirklichen, kann wiederum als soziale Dynamik und in sozialer Interaktion sichtbar werden. Denn: das eigene Handeln in der Gruppe und die dahinterliegenden Ziele stehen immer in Bezug zueinander und beeinflussen sich gegenseitig.

Persönliche Ziele und die Teilnahme an der Gruppe

Ob sich eine Person für oder gegen eine Gruppenzugehörigkeit entscheidet, hängt davon ab, wie sie das entstehende Beziehungsgeflecht bewertet. Entscheidend ist, ob dieses dabei hilft, persönliche Ziele zu erreichen.. Je mehr persönliche Ziele verwirklicht werden können, desto zufriedener ist ein Mitglied mit der Gruppe. Dabei muss man berücksichtigen, dass es sowohl bewusste als auch unbewusste persönliche Ziele gibt. Außerdem können Ziele konkret, aber auch diffus sein.

Dimensionen persönlicher Ziele

Um etwas tiefer einzusteigen, kann es hilfreich für Dich sein, die persönlichen Ziele entlang der folgenden Dimensionen zu unterscheiden:

Misslingt die Verwirklichung der persönlichen Ziele oder stehen diese im Konflikt mit anderen Zielen, entsteht ein sogenannter Zielkonflikt. Er kann zu Missmut bei den betroffenen Gruppenmitgliedern führen.

Der Gruppenzielpool

In Verbindung mit dem Rahmen- und Gruppenziel kann folgende bildliche Darstellung helfen:

Du kannst Dir die Gruppe als Pool vorstellen, in dem die persönlichen Ziele der Gruppenmitglieder umherschwimmen. Dabei können sie konkret oder diffus, individuell wichtig oder unwichtig, bewusst oder unbewusst sein. Das Rahmenziel bildet die Außenwand des Pools; es ist konzeptionell gesetzt und unbeweglich – wie die Außenwand unseres Pools (natürlich gibt es auch die Möglichkeit, das Rahmenziel konzeptionell anzupassen – damit würde aber die komplette Außenwand ausgetauscht werden). Weder das Rahmenziel noch das Gruppenziel sollten im Konflikt mit den wichtigen persönlichen Zielen stehen. Je eher die persönlichen Ziele auch mit dem Gruppenziel erreicht werden können und je weniger Zielkonflikte es zwischen den persönlichen Zielen der Gruppenmitglieder untereinander sowie mit dem Gruppenziel gibt, desto höher ist auch die Zufriedenheit in der Gruppe.

Zielpassung & Zufriedenheit

 Warum ist es so wichtig, sich mit den persönlichen Zielen der Einzelnen auseinander zu setzen?

 Verschränkung mit Gruppenphasen

Die Überlegungen zu Zielkonflikten können mit den Überlegungen zu Gruppenphasen als Entwicklungsdynamik verschränkt werden. Dabei kann man in der Metapher des Pools bleiben. Ein Beispiel: ist in Zeiten der Aushandlung und der Suche nach Passung das Wasser sehr unruhig (Storming), sortiert sich vieles neu. Das hat auch Einfluss auf das Gruppenziel. Ebenso kann in solchen Zeiten sichtbar werden, dass der Rahmen (Rahmenziel) geändert werden muss oder einzelne Gruppenmitglieder sich überhaupt nicht mehr in diesem Pool wiederfinden und aussteigen.

Reflexionsfragen

 

Verwendete Literatur

Stahl, Eberhard (2007): Dynamik in Gruppen: Handbuch der Gruppenleitung. Beltz, S. 28 – 31 und S. 51 – 53.

 

 

 


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